Wir sprachen mit Roland Hörmann, New Media DTM, über die neusten Entwicklungen und generelle Social-Media-Strategie der deutschen Rennserie.

Hallo Herr Hörmann, danke für Ihre Bereitschaft, uns und unseren Lesern die digitale Welt der DTM etwas näher zu bringen! Die digitalen Medien sind heutzutage aus der Sportwelt nicht mehr wegzudenken. Welche Kanäle werden von der DTM aktiv in ihrer Kommunikationsstrategie eingesetzt?

Das sind sie in der Tat nicht mehr und werden deshalb auch von uns intensiv bearbeitet. Neben unserer Website DTM.com als zentraler Hub, kommunizieren wir mit unseren Fans über Facebook, Instagram, Twitter und Youtube mit mehreren Posts täglich. Außerdem testen wir regelmäßig neue Plattformen wie Snapchat oder Periscope.

Auf Facebook hat die DTM knapp unter 450.0000 Fans. Wie hat sich im Laufe der Jahre die Kommunikation auf dem Social-Network-Riesen für Sie verändert?

Ursprünglich wurde die Plattform von uns v.a. mit Links zu unserer Website und klassischen Pressethemen bespielt. Vor zwei Jahren haben wir dann die Sprache an die jüngere Zielgruppe angepasst und hatten dadurch sehr viel Erfolg. Seit der letzten Saison haben wir uns stark auf  das Thema Bewegtbild  fokussiert und in diesem Jahr werden wir regelmäßiges Livestreaming anbieten, um den Fans v.a. an den Rennwochenenden spannende Hintergründe zu liefern.

Einige Vereine nutzen Facebook vor allem als Traffic-Maschine für die eigene Homepage. Worin sehen Sie das Hauptziel Eures Facebook-Auftritts?

Da kommen wir auch her, haben das aber stark umgestellt. Wir verlinken zwar noch regelmäßig auf DTM.com, unser Ziel ist es aber, unseren bestehenden und potenziellen neuen Fans die Infos dorthin zu liefern, wo sie sich ohnehin aufhalten. Dies versuchen wir v.a. durch Emotionen und spektakulären Sport zu erreichen.

Auf Twitter folgen der DTM rund 22.500 Nutzer. Für wie bedeutend halten Sie den Kurznachrichtendienst?

Deutschland hat aus meiner Sicht leider noch immer ein „Twitterproblem“. Zu wenig User beteiligen sich aktiv an einer Diskussion. International ist das aber anders und wir bereiten auch deshalb die Inhalte komplett auf Englisch auf. Grundsätzlich versuchen wir aber auch, zusammen mit Twitter die Plattform auch für deutsche Motorsportfans interessanter zu machen. Facebook ist aber  schon relativ weit enteilt.

Knapp 34.000 Follower verfolgen Ihren Auftritt auf Instagram. Wie zufrieden sind Sie mit diesen Zahlen und der Entwicklung in diesem Netzwerk?

Instagram hat sich seit dem Launch vor eineinhalb Jahren sehr erfreulich entwickelt – v.a. auch im Vergleich zu Twitter. Die emotionale Ansprache gelingt uns hier über Bilder und Videos sehr gut und wir erreichen auch immer neue -autoaffine User.

Für die DTM ist Bewegtbild sicherlich sehr wichtig. Inwiefern nutzen Sie unterschiedliche Streamingdienste wie Periscope oder Facebook Live und wie ist die Erfahrung damit?

2015 hatten wir bereits 15 unterschiedliche Livestream-Sessions von Qualifyings und Rennen pro Wochenende. Wir haben dabei im letzten Jahr mit Youtube zusammengearbeitet und sehr gutes Feedback von den Fans erhalten. In dieser Saison wollen wir aber auch weitere Liveshows mit interaktiven Features platzieren, die wir dann voraussichtlich über Facebook an die Fans bringen wollen.

Immer mehr in den Fokus gerät in Deutschland  der Messenger Snapchat, der eine sehr junge Nutzerbasis hat. Meinen Sie, das könnte auch was für DTM sein? Wie geht die DTM mit den neuen Hypes und Trends rund um die soziale Netzwerke um?

Wir werden beim Auftaktrennen vom 6.-8. Mai in Hockenheim zum ersten Mal mit Snapchat experimentieren. Grundsätzlich behalten wir alle aktuellen Entwicklungen im Auge und testen, welche Plattformen für uns Sinn machen, um die Fans möglichst umfangreich informieren zu können. Dabei muss man aber auch abwarten können und die Bereitschaft haben, Engagements wieder zurückzufahren. Google+ ist bei uns so ein Fall – die Interaktionsraten waren einfach zu gering und wir haben die Bespielung deshalb nach einer Saison wieder eingestellt.

Wie groß ist die digitale Abteilung der DTM und wie sieht die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen aus?

Ich  verantworte den Bereich New Media als „Einzelkämpfer“ und koordiniere verschiedene Agenturen, die uns bei den Themen Website, Livestreaming, Social Media, DTM.tv etc. unterstützen. Die Zusammenarbeit mit Presse, Marketing und anderen Bereichen erfolgt kontinuierlich und ohne Einschränkungen.

Haben Sie auch schon einmal negative Erfahrungen mit sozialen Netzwerken erleben müssen?

Nein, bis jetzt hatten wir noch keine negativen Erfahrungen, im Gegenteil: Wir sind uns sicher, dass die Kommunikation über diese immer wichtiger werden.

Haben Sie eine konkrete Posting-Strategie? Achten Sie bspw. darauf, dass Sie die Fans regelmäßig informieren? Liegt der Fokus Ihrer Arbeit ausschließlich auf Fan-Wachstum oder berücksichtigen Sie auch andere wichtige Faktoren, wie z.B. Rückmeldungen, Kommentare, Interaktionsraten etc.?

Ja wir haben einen konkreten Redaktionsplan, über den wir alle Plattformen mit mehreren Posts und Artikeln pro Tag bespielen. Fan-Wachstum ist für uns ein Wert von vielen. Wichtig sind v.a. Interaktionsraten und erreichte Nutzer.

Welche Art von Inhalt funktioniert am besten für die DTM?

Vor allem coole Bilder von Autos und spektakuläre Rennszenen mit viel Action!

Was wird Ihrer Meinung nach das nächste Big Thing in der digitalen Welt sein?

Ich glaube, dass Virtual Reality noch einmal sehr viel Schwung in die digitale Welt bringen wird. Wer einmal so eine Brille aufgehabtund erlebt hat, wie gut das heute schon funktioniert, weiß, wie packend zum Beispiel das Erlebnis sein würde, . in einem Rennwagen live bei Rad-an-Rad-Duellen mitzufahren.

Danke Herr Hörmann für das interessante Gespräch!